Besuch aus Frankreich – 2017

Foto: Xavier Michel

Die privaten Gästezimmer gerichtet, das „Haus der Jugend“ mit deutscher, französischer und europäischer Flagge versehen und in fränkischen Farben dekoriert – so empfingen die Gaukönigshöfer an Christi Himmelfahrt ihre 42 Gäste aus den Partnergemeinden im „Val d’Odon“ in der Normandie. Diese traten ihre 950 km lange Reise bereits am Mittwochabend an und freuten sich nach der Nachtfahrt auf das gemeinsame Frühstück. Am Nachmittag zog es viele in den Steigerwald um hoch über dem Wald den Baumwipfelpfad zu erkunden und das schöne Wetter zu genießen.

Der Höhepunkt bildete in diesem Jahr der Ausflug nach Regensburg zu dem die Teilnehmer bereits in den frühen Morgenstunden mit zwei Bussen aufbrachen. In der monumentalen Walhalla fanden sich auch bedeutende Personen „deutscher Zunge“ aus der Region wie etwa Julius Echter von Mespelbrunn. Vom Fuße der Walhalla ging es dann auf der Donau mit dem Schiff weiter nach Regensburg, wo eine Stadtführung auf dem Programm stand. Für die kleinen Gäste gab es extra eine spannende „Kinder-Führung“ während die Erwachsenen in der Führung „Gaukler, Dirnen und Henker“ Einblicke in die dunklen Seiten des Mittelalters erlangten. Nach der Einkehr in einen Biergarten und einem zünftigen Abendessen ging es zurück in die Gaugemeinde.

Der Samstag war für Zeit in den Familien reserviert und ganz individuell gestaltet, etwa mit einem Ausflug nach Würzburg, einer Kanufahrt auf dem Main, oder einfach im heimischen Garten oder dem Ochsenfurter Gau. Für einige Gäste war es der erste Besuch, wohingegen wieder andere seit 1998 mehrfach im Jahr nach Gaukönigshofen reisen. So war für jeden das richtige dabei.

Am Samstagabend wurde unter dem Motto „Franken“ im „Haus der Jugend“ die seit 19 Jahren bestehende Partnerschaft gefeiert. Vorsitzender Jan Arf erinnerte in seiner Ansprache an den 9. Mai 1997, als Vertreter der Gemeinde Gaukönigshofen um den damaligen 2. Bürgermeister Peter Mark, ins Department Calvados fuhren um eine passende Partnergemeinde zu finden. Gleichwegs mahnte er aber auch, dass – gerade in Zeiten des zunehmenden Populismus in Europa – internationale Freundschaften und Völkerverständigung keine Selbstverständlichkeit sind und zeigte sich erfreut über das deutliche Votum für Europa bei den französischen Präsidentschaftswahlen. Der Vorsitzende der französischen Partnergemeinden „Val d’Odon“, Georges Laignel, bedankte sich für die Gastfreundschaft und das kurzweilige Programm und zeigte sich erfreut über das tolle Wetter, dass er sich auch für die künftigen Marktfeste wünscht, auf dem eine Delegation kontinuierlich seit 1998 französische Spezialitäten verkauft. Auch er verdeutlichte, dass es Aufgabe eines jeden Europäers sei, Unterschiede zu akzeptieren und Europa zu schützen. Rückblickend auf die 19 jährige Partnerschaft, merkte er an, dass die Distanz zwischen beiden Kommunen beiderseits mit dem Fahrrad zurückgelegt wurde, es aber eine Herausforderung wäre, dies einmal mit einem Boot zu realisieren.

Nach einem tränenreichen Abschied, vor allem bei den Kindern, traten die Franzosen am Sonntagabend wieder die Heimreise an. Der nächste Besuch steht bereits fest – das Marktfest in Gaukönigshofen.

 

Text: Christian Englert

 

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